Tiemann tanzt
„Alle Jahre wieder in Münster“: Wenn Film- auf Stadtgeschichte trifft

Münster (SMS) Ulrich Schamonis preisgekrönter Filmklassiker „Alle Jahre wieder“, der in Münster nach wie vor Kultstatus genießt, steht im Zentrum der neuen Ausstellung im Stadtmuseum an der Salzstraße. „Alle Jahre wieder in Münster: Die Stadt & der Film“ nimmt die Besucherinnen und Besucher mit auf eine Zeitreise zu den zentralen Schauplätzen des Spielfilms.

Die multimediale Schau zeigt, wie sich die Stadt und die Menschen in den vergangenen fünf Jahrzehnten verändert haben. „Der Film ist fester Bestandteil der Stadtgeschichte“, sagt Museumsdirektorin Dr. Barbara Rommé. „Er ist ein einzigartiges Porträt der Heimatstadt des Regisseurs am Vorabend der sich anbahnenden 1968er-Bewegung. Wir freuen uns sehr, dem Film mit dieser Ausstellung, die Ehre erweisen zu können, die ihm gebührt.“

Christoph Tiemann Alle Jahre wieder t

Christoph Tiemann tanzt mit Sabine Sinjen bei Middelberg. Foto: Maris Hartmanis und Szenenbild aus „Alle Jahre wieder“.

Initiator der Ausstellung, die ab dem 27. November bis zum 27. Februar im Friedrich-Hundt-Studio im Stadtmuseum zu sehen ist, ist Prof. Dr. Thorsten Hennig-Thurau vom Marketing Center der Universität Münster. Er beschreibt die Ausstellung als „eine multimediale Zeitreise zu ganz besonderen Schauplätzen, an denen in Münster wirklich großes Kino entstanden ist.“

Regisseur Schamoni nimmt im Winter 1966/67 die wichtigen Plätze und Gebäude der Stadt auf, ihre Kneipen und Kirchen. Nichts wird mitgebracht, alles wird zur Requisite.

Vor allem aber interessiert sich Schamoni für die Menschen: Hauptdarsteller Hans Dieter Schwarze ist in Münster geboren und startete seine Theaterlaufbahn 1946 am Stadttheater. Der Musiklehrer im Film, Kneipiers und Museumsführer sind Münsteraner, die sich quasi selbst spielen. Erzählt wird die Geschichte des Werbetexters Hannes Lücke (Hans Dieter Schwarze), der in Frankfurt lebt und arbeitet, aber jedes Jahr zur Weihnachtszeit nach Münster fährt, um das Fest mit Ehefrau (Ulla Jacobsson) und Kindern zu verbringen und um alte Freude zu treffen.Begleitet wird er von seiner jungen Freundin Inge (Sabine Sinjen), mit der er sich heimlich im Hotel einquartiert.

„Alle Jahre wieder“ gewinnt den Silbernen Bären der Berlinale 1967 und drei Bundesfilmpreise. In Münster wird der Filmklassiker jedes Jahr aufs Neue in der Weihnachtszeit im Schloßtheater gezeigt.

Für die Ausstellung ließen sich münstersche Prominente, Gastwirte und andere Bürgerinnen und Bürger von heute ebenso wie Mitwirkende von einst an den historischen Drehorten in nachgestellten Schlüsselszenen aus „Alle Jahre wieder" fotografieren.

Die neuen Fotos wurden den historischen Filmszenen gegenübergestellt. Die Auswahl der markanten Orte reicht von Prinzipalmarkt und Promenade über „Bullenkopp“ und „Altes Gasthaus Leve“ bis hin zu LWL-Museum für Kunst und Kultur und Friedenssaal im Rathaus. Dort ermöglicht die Ausstellung ein fiktives Treffen von Oberbürgermeister Markus Lewe mit Schauspielerin Sabine Sinjen. Im Film erläutert ein Gästeführer der Besucherin aus Frankfurt die Bedeutung des historischen Ortes.

Die Ausstellung ist eine Koproduktion des Stadtmuseums mit dem Marketing Center der Universität Münster, dem Studio Tense und dem Filmclub Münster. Begleitend zur Ausstellung ist das Buch „Alle Jahre wieder in Münster“ erschienen, das von Drehort zu Drehort und damit durch die Stadtgeschichte führt (Aschendorff Verlag, 354 Seiten, 24,90 Euro). Es ist im Museumsshop und im Buchhandel erhältlich.

Informationen zur Ausstellung gibt es im Stadtportal unter www.stadt-muenster.de/museum.

27.11.2021